Samstag, 23. Juni 2007

da die Fahrt anderthalb Stunden dauert, ist das Werk komplizierter, als man zunächst denken mag, will he, to stand, gegen acht von Jena weggefahren, schöne Witterung, Hofrat Meyern die erste Hälfte der Wahlverwandtschaften erzählt, mit freier Genüge erfüllet, diktierte er am 1. Mai 1808 in sein Tagebuch, an dem Riegel am Schloss, und wir möchten des Teufels werden, dass wir keine solche Zeile schreiben können, und zuerst, seine Entsagung, die im ersten Augenblick dem Herzen fast das Leben zu kosten schien, hat er auf Ottilie übertragen, der sie das Leben kostet, fast ist es dann, als ob er weiterleben könne, weil sie zerbrochen ist, ich öffnete meinem Freund, als Wesenszüge ein allgemeines Wohlwollen und ein bescheidenes, hingebendes, auf alle Bedürfnisse und nicht ausgesprochenen Wünsche der anderen aufmerksames Wesen,

Freitag, 22. Juni 2007

einen besonderen Reiz gewährt dem Verkehr mit ihr der eigene harmlose Humor, den sie auch gegen sich selbst wendet, und allein, häufiges Verstummen, wortlose Innerlichkeit, aber er war weggeschlichen, er war immer so heiter und gesellig, dass es einem unbeschreiblich wohl und doch auch weh in seiner Gegenwart wurde,

Mittwoch, 13. Juni 2007

Dienstag, 12. Juni 2007

ich kann Dir versichern, liebe beste Christiane, dass ich manchen Abend, wenn ich in meine Stube kam und alles so still um mich herum war und ich überdachte, was für goldene Worte ich den Abend wieder aus seinem Munde gehört hatte, und dachte, was der Mensch doch aus sich machen kann, ich ganz in Tränen zerfloss und mich nur damit beruhigen konnte, dass die Menschen nicht alle zu einer Stufe geboren sind, sondern ein jeder da, wo ihn das Schicksal hingeführt hat, wirken und handeln muss, wie es in seinen Kräften ist, und damit Punktum, weiter zu reden, wir wollen die Rückwand nicht so abdichten, dass keine Luft und kein Licht mehr ins Innere dringt,
die unruhige Fahrt im Halb­dunkel ist ohnehin sehr unbequem und verur­sacht leicht Uebelkeit, man wird geschüttelt und gerüttelt, man spürt jede Kurve, jedes Bremsen, will he speak soft words unto thee, und ausserdem sorgen ge­heimnisvolle Gesetze der Luftzirkulation dafür, dass re­gel­mässig Abgaswolken auf die Brücke drin­gen, wir möchten also einzelne Spalten offenhalten, die uns gestatten, uns ein biss­chen zu orientieren, ciertamente los montes producen hierba para él, wenn wir aber Oeffnungen belas­sen, sprühen dort kleinste Wasserfontänen herein, die zu­nächst kaum bemerkt werden, mit der Zeit aber die dicken Uniformstoffe so zu nässen beginnen, dass es auch dem mit nassen Uniformen vertrauten und erprobten Krieger zuviel wird,
allein schwirrend versagte, so kommt es, dass die zuvorderst sitzenden Leute, zu denen auch ich gehöre, die Installation ständig im Auge behalten müssen, immer müssen einzelne Schlitze geschlos­sen oder ver­schoben und neue geöffnet werden, was von uns bei der Be­schaffenheit der Kampfanzug-Pellerinen mit ihren vielen Oeff­nungen unaufhörliche Wachsamkeit erfor­dert, et iam non sum in mundo, auf­passen müs­sen wir auch auf gewisse tückische Falten, in denen sich unbe­merkt Wasser ansammeln kann, das bei Veränderungen der Installati­on plötzlich mit einem gewaltigen Luftzug ins Wa­geninnere spritzt, your eyes, Unantastbarkeit der Ehe, fix on the shotgun, Unantastbarkeit der Ehe, hingegangen, die beständige Ehe gehört zu den Naturabsichten, wie etwa die rechte Abfolge Jugend, Reife, Alter oder die Wachstumsordnung der Eltern- und Kindesliebe, des Gehorchens und Gebietens oder des rechten Lebens und Sterbens überhaupt, der Ton, die Män­ner neben mir sind mir nicht be­kannt und zunächst auch gleich­gültig, nachdem ich aber sehe, wie schnell sie die Proble­matik der Lage erkannt haben, mit welcher Sicherheit sie handeln, immer geschickt den Ausgleich findend zwischen der er­forderlichen Luftzufuhr und Helligkeit und dem Schutz vor der gewaltigen herbstlichen Nässe, werden wir, ohne dass ein Wort gewechselt worden wäre, zu guten Kameraden, will he make a covenant with thee, alles Verlangen beglückt, in Ottilie habe sich die sittliche Natur durch den Tod ihre Freiheit salviert, so überliefert Riemer ein Goethewort aus dem Jahre 1809, unmittelbar nach Abschluss des Romans, that, auf seine Stimme kam ich hervor, in ihm wird die wahrhafte, das heisst ausweglose Erdentragik der sittlichen Natur so offenkundig wie selten sonst, aus den Ketten naturhaft zwingender Wahlverwandtschaft rettet zwar die Sittlichkeit, aber nur um den Preis des Lebens, hervor, da eine vollkommen sinnlose Welt von unserem Herzen nicht ertragen wird, so entwirft es sich unwillkürlich eine unirdische Sphäre, in die es die Versöhnung hinauf­spiegelt, so geschieht es im Schlussatz des Romans, den Ironien umspielen, ich sucht ihn und fand ihn nicht, aber sie umziehen ihn nur, ohne seinen Kern zu treffen, das Herz hat doch recht, jener Kern ist das Unwahrscheinliche, Unmögliche, an das wir zu glauben vermögen, das Herz trifft zwar die Wahrheit nicht mit seinen Phantasien, sondern mit dem in deren Kern wohnenden Glauben, Glauben, das Ganze sei grösser als die Welt, die wir sehen,
ein Bereich sei unsichtbar, y toda bestia del campo retoza allá, meine Kameraden haben ruhige, fe­ste, ehrliche Gesichter, es sind Bauern und Handwerker, und wir fahren stumm dahin, eine Klage erübrigt sich, die Be­schwerlichkeiten und Kin­de­reien, das wissen wir, werden bald ein Ende nehmen, ewig können sie uns hier nicht festhalten, nein, höchstens noch bis zum nächsten Samstag, et hii in mundo sunt,

wir sind mit unseren Ge­danken bei Söhnen, Töchtern, Häusern, Stäl­len, beim guten Geschäftsgang, guten Aussichten, die den Tüchtigen ein Lächeln entlocken, und wenn keine guten Aussichten be­stehen, so sind wir stolz auf das Erreichte, das uns in jedem Fall ein Auskommen sichert, die Installa­tion ist uns wie ei­ne gute Predigt, wilt thou take him, sie gemahnt uns daran, dass es Unabän­derliches gibt, auf das wir keinen Ein­fluss haben, Situatio­nen, die wir ein­fach zu ertragen haben, die wir aber auch ertragen können, das ist keine Frage, das Un­vermeidliche soll so geschehen, wie es eben geschehen muss, denn aus dem Purpurgewölk, you are holdin', so ist der Mensch, Glaube ist Liebe zum Unsichtbaren, Vertrauen aufs Unmögliche, Unwahrscheinliche, rief ihm, er antwortet' nicht,

Mittwoch, 6. Juni 2007

Frage an die Anthropologen und Menschenforscher,
warum werden nützliche und gute Menschen verkannt, verfolgt und ausgestossen, widerspricht dies nicht den Regeln der Evolution, wonach jene Gesellschaften überleben, die das Nützliche am besten erkennen und ehren und zu fördern verstehen, mich trafen die umgehenden, die Wege des Lebens sind kompliziert, dunkel und verworren, antwortet uns der Menschenforscher, Gesellschaften bilden kein geschlossenes Ganzes, das mit anderen Gesellschaften konkurriert, sondern sind schwankende, instabile Gebilde, die durch die Geschichte irrlichtern, for a servant, sie bestehen aus einzelnen Individuen, die sich zu kleinen und grossen Gruppen zusammenschliessen, um ihre Interessen zu verfolgen, die sehr vielfältig sind und nicht unbedingt mit den Interessen des Ganzen gleichgesetzt werden können,
dem schwebenden, wir starren leicht belustigt auf die vielen Tropfen, die kleinen Rinnsale und Wasserfälle, die unsere handwerkliche Geschick­lichkeit herausfordern wollen, wie wunderbar die Wand in den Tunnels leuchtet und blitzt, wenn die Lichtpunkte der Dec­ken­lampen und die Lichter an­derer Fahrzeuge darüber hinwegja­gen, et ego non sum de mundo, unter diesen Individuen gibt es Kluge und Dumme, Schwache und Starke, und alle haben auf ihre Weise ihre Daseinsberechtigung, Wächter der Stadt, und alle wirken, nach bestem Vermögen, das kann nicht optimal funktionieren,
das funktioniert höchstens auf ein paar Jahre oder Jahrzehnte hinaus befriedigend, dann treten notwendiger­weise Schwächen auf, Ungleichgewichte, dann erhalten die zerstörerischen Kräfte Oberwasser und dann ist es objektiv gesehen durchaus nötig, dass die noch nützlichen Glieder der Gemeinschaft verfolgt und bekämpft werden, for ever, sonderbar, wie schnell man sich in uner­war­tete und zuvor gefürchtete Beschwerlich­keiten einlebt, uns, denke ich, könn­te noch viel Schlimmeres passieren als diese lächerliche und un­nütze Fahrt, immer bewegten, uns kann eigentlich nichts etwas anhaben, ut omnes unum sint, seinem Wunsch entsprechend, las der Schauspieler Bruno Ganz an seiner Beer­digung die Erzählung Gussew von Tschechow, schlugen mich, wenn da ist das Gut, sie erscheinen uns furchtbar, tragisch, diese Verfolgungen, Prozesse, Hinrichtungen, Verbannungen, in your hand, aber sie haben ihre Logik, es ist die Logik der Ueberlebenden, die so tüchtig sind, dass sie sogar die Guten und Gerechten zum Verschwinden bringen können, verwundeten mich, auch hier war etwas unschätz­bar Würdiges von seiner Höhe herabgestürzt, und es sorget, und wenn dort Tapferkeit, Klugheit, Macht, Rang und Vermögen in einem Manne als unwiderbringlich verloren betrachtet wurden, nahmen mir den Schleier, so waren hier so viel andere stille Tugenden, von der Natur erst kurz aus ihren gehaltreichen Tiefen hervorgerufen, durch ihre gleichgültige Hand schnell wieder ausgetilgt, mit Gaben, seltene, schöne, liebenswürdige Tugenden, deren friedliche Einwirkung die bedürftige Welt zu jeder Zeit mit wonnevollem Genügen umfängt und mit sehnsüchtiger Trauer vermisst, die Wächter der Mauern, es hebi früener Filmä ggäh, idene d’Frauä gseit hebid du geiler Stecher, jetzt hebi das irgendwiä gänderet, jetzt hebär s’Wohrt Stächer scho lang nüme ghöhrt, trat der herrliche Gott Hermes,