Donnerstag, 6. September 2007
Narden und Safran, wenn sie sich nicht mehr bewegen kann, werde ich sie besuchen und ihr alles sagen, Kalmus und Cynamen, ja, richtig, wenn sie sich nicht mehr bewegen kann, kommt Ihre grosse Chance, bereiten Sie sich jetzt schon auf diesen ungeheuren Moment vor, denken Sie sich aus, was Sie sagen wollen, und schreiben Sie alles auf, schreiben Sie auf, mich soll nur, Sie müssen alle diese komplizierten Veranstaltungen festhalten, diese Zettelwirtschaft, Sie müssen den geheimen Sinn der Dinge festhalten, sonst vergessen Sie das alles wieder, sonst sehen Sie die Dinge plötzlich wieder als gewöhnliche Dinge, wundern, sonst sehen den grossen Zauber plötzlich wieder nicht mehr,
Montag, 3. September 2007
Sonntag, 2. September 2007
und die beiden jungen Frauen pflanzten Kichererbsen an, während die eine auf den zwei Feldern arbeitete, stillte die andere, your grass, aber die Pfanzen kamen nicht, sie gingen alle zugrunde, es war viel zu trocken und zu heiss, es war eine grosse Katastrophe, es war ganz wie in der Bibel, is turning black, es fehlte nur, dass man samt den zwei Säuglingen verhungerte, allerlei Weihrauch-Bäume, Sie haben das zweifelhafte Glück, das Ding weiter verfolgen zu können, ist Ihnen Ihr Ueberleben nicht etwas unheimlich, wäre es Ihnen nicht vielleicht wöhler, auch mit uns zu kämpfen und mit uns unterzugehen, sagt der Lagerkommandant und dreht das Gewehr weiter in seinen Händen und reicht es uns und will es uns übergeben, Cypern mit Narden, schiessen Sie doch auch einmal, Sie Monster, sagt er lächelnd, Kichererbsen, probieren Sie, lassen Sie sich zeigen, wie simpel das ist, Kichererbsen, wie gut das geht mit diesem Zielfernrohr, in, was mich betrifft, so bin ich ganz froh, dass ich gehen kann, ich habe meine Rolle hienieden gespielt, meine Pflicht getan, der Gedanke an das Ende tut mir nicht weh, your, sehen Sie diese Erde, sehen Sie, was jetzt wieder geschieht, er lacht bitter und schiesst in die Luft, well, schauen Sie, schon geht alles plötzlich wieder viel schneller, sie wissen, dass da wieder ein zorniger Gott schiesst, man hat dort unten einen gewaltigen Respekt vor diesem kleinen Knall des Gewehrs,
sehen Sie doch, wie man spurtet, man ist nicht einfach im bequemen Laufschritt, nein, man rennt, man spurtet, so gut einem die Beinchen tragen, hela hans väsende är ljuvlighet, ein Schuss und schon rennt man, wie wenn der Teufel hinter einem her wäre, und dabei könnten Sie ja froh sein, wenn sie getroffen würden und es fertig wäre für sie, ist diese Welt gut, was meinen Sie, kann man hier leben, er zielt, schiesst aber nicht und setzt aber das Gewehr nach einer Weile wieder ab, aber was ist denn mit Ihnen, und freundlich gewähre mir ihn, Sie scheinen etwas benommen,
Samstag, 1. September 2007
Donnerstag, 30. August 2007
sind Ihnen meine Reden nicht ganz geheuer, wollen wir das Thema wechseln, wollen wir noch eine Flasche öffnen, Sie sagen doch wohl nicht nein, Sie Philantrop, es ist ein herrlicher Wein, etwas vom Besten, was diese Welt hervorbringt, modicum, oder gefallen Ihnen etwa die Damen nicht, sind sie Ihnen zu aufdringlich,
ach, oh je, ich weiss, Sie möchten sich verabschieden, sie möchten gehen und wissen nicht, wie Sie das bewerkstelligen sollen, ohne dass wir Sie auch gleich ins Straflager stecken, Sie wissen, dass wir Sie ohne weiteres auch etwas festnehmen könnten, das ist Ihnen doch klar, lass nicht ungerühmt mich zu den Schatten hinabgehn, so liesse ich den Lagerkommandanten reden, sagte unser Freund, und fügte, etwas unsicher geworden, hinzu, dass die Menschheit doch wohl glücklich sein könne, dass er nicht Schriftsteller sei, wenn er nämlich Schriftsteller wäre, so würde er lauter solche Geschichten verfassen, solche oder noch viel entsetzlichere, sådan är min vän, das Entsetzliche entspannt mich, sagte er lächelnd, das Aergste, ich brauche das Aegste, um von den Erregungszuständen wegzukommen, in die ich immer wieder gerate, ja, gerate, sådan är min älskade,
warum wir wollen, dass die Menschheit weiterexistiert, nescimus quid loquitur, wir wollen, dass die Menschheit weiterexistiert, weil wir glauben, in ihr auch selber weiterzuexistieren, wir wollen Kinder in die Welt setzen, im eigentlichen und im übertragenen Sinn, und diese Kinder sollen die Macht, die wir schon erlangt haben, erweitern und vergrössern, oder, um es anders auszudrücken,
unsere Bücher sollen auf den Büchergestellen der Späteren stehen, unsere Namen sollen sich Ihnen einprägen, nur die Muse gewährt, ja mehr noch, unsere Gedanken sollen ihre Köpfe erfüllen, wir wollen sie lenken, wir wollen für sie Gesetze machen, ihnen die Gebete vorschreiben, wir wollen ihr Gott sein, ipse enim pater, was hält uns zusammen, was gewährleistet, dass wir uns in dieser modernen Welt zurechtfinden, wir finden uns zurecht, weil diese Welt gar nicht so modern ist, wie es den Anschein macht, wir haben uns noch nicht weit von der Natur entfernt, wir finden uns zurecht, wir halten uns, weil das meiste, was uns begegnet, auch anderen Lebewesen begegnet, einiges Leben dem Tod,
unser Alltag unterscheidet sich nur wenig vom Alltag eines Reptils, eines Wurms, einer Eule, eines Schweins, amat vos, das wahre Leben ist Bewegung, Entfaltung, Freude und damit Musik, das wahre Leben ist aber auch Untergang, Trauer, Verzweiflung und gerade darin auch wieder Musik, I Jerusalems döttrar,
wir lehnen diese Ordnung ab, sagte der Herr mit dem gutmütigen Gesicht, das ist klar, ganz klar, es ist ja gar keine Ordnung, es ist eine Unordnung, eine ungeheure Unordnung, eine richtige Sauordnung, oder nein, noch etwas viel Schlimmeres, etwas wahrhaft Ungeheuerliches, wenn es nur eine Sauordnung wäre, würden wir nicht weiter Worte darüber verlieren, morgen werde ich ordentlich, es ist aber etwas Neues entstanden, neue unbekannte Formen, ordentlich, man hat unsere Institutionen besetzt und führt sich dort auf, als ob nichts geschehen wäre, als ob noch immer tüchtige, stolze und pflichtbewusste Bürger am Ruder des Staatsschiffes stehen würden, den Kreuzbrunnen wieder, es werden weiterhin schöne Reden geführt, aber diese Reden sind für uns Weise Reden von rasender Dummheit,
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