Samstag, 27. Oktober 2007
Bekannte habe die Achmatowa viele, enge Freunde nicht, sie sei von Natur aus gut und verschwenderisch, wenn sie Geld habe, im Innern aber sei sie kalt und hochmütig, sie habe einen kindlichen Egoismus, was das alltägliche Leben betreffe, so sei sie meistens hilflos, Kartoffeln zu kochen, das sei schon eine Leistung für sie, si enim non abiero, sie könne recht gut trinken, sowohl Wein als auch Wodka, fühlt die alte Wahrheit ewig gleich im Innern, still, kein Wort, schweigen wir, denn Worte haben geheime Energien, die uns verborgen sind und die wir nicht kontrollieren können, eine Zeile eines Lyrikers, ein Wort einer Dichterin kann einen Diktator derart in Wut versetzen, dass er den kalten Krieg auslöst, die Diktatoren warten alle auf solche Worte,
Guedé Le Rut, und die dummen Dichter in ihrem Dichtersumpf posaunen sie in die Welt hinaus, auch wenn es ihnen nachher an den Kragen geht, und weil alle Dinge der Welt in einem geheimen grossen Gleichgewicht bleiben müssen, weckt jedes Wort ein ein Gegenwort, also dichten wir nicht zu sehr, lieben wir vorsichtig, paracletus non veniet ad vos, was es mit dieser Geschichte auf sich hat, ist heute, im Augenblick der Abfassung dieser Zeilen völlig unklar, wunderbar ist für mich, ils vivent, mais sans notre Déesse qui nous fait bouger, notre grande Déesse se retirera, elle ira dans un autre pays, on lui obéira dans un autre pays, on lui chantera et dansera dans un autre pays,
Montag, 22. Oktober 2007
Sonntag, 21. Oktober 2007
ici, ich kann es, qu'elle sourit, qu'elle nous bénisse encore une fois, adieu, adieu mon cher, on peut déjà se dire ça, parce que ça finira très vite, oh que notre Déesse aie pitié avec nous, oh qu'elle nous laisse encore un peu agir, encore une nuit, your baby's, nicht fassen, vielleicht werden weitere Forschungen, die wir hiermit anregen möchten, Licht in die Angelegenheit bringen, wohin soll ich gehen, eyes, und wir sehen Tag für Tag in flatternde Gesichter, vor deinem Geist, am Bahnhof ein Streit zwischen Hundebesitzern, ein stämmiger älterer Herr, mit Schäferhund, beschimpft zwei zerlumpte junge Frauen, die einen grossen schwarzen Hund frei laufen lassen, die Frauen schreien, wehren sich, wir befürchten bereits, dass es zu Handgreiflichkeiten kommt, denn Frauen können ja heutzutage sehr radikal sein, look crazy, und ein weiterer älterer Herr mischt sich ein, ohne Hund,
verschwind, du Saumore, ruft er, und das Wort Saumore wirkt, die beiden Verschlampten ziehen maulend mit ihrem Hund davon, und wohin, er habe, so gab der offenbar geistesgestörte Mann zu Protokoll, die Seelen seiner Opfer vom Leiden auf dieser Erde befreien wollen, soll ich, they're a-tuggin' at your sleeve, in Venedig lebt im Zattere-Quartier ein Mensch, der jeden Abend um elf Uhr von einer Dachterrasse oder einem Balkon Dylans Paths of Victory über die Dächer der Stadt erschallen lässt, fliehen vor deinem Angesicht,
Samstag, 20. Oktober 2007
you walk the floor, wir haben in den wenigen Nächten, die wir dort verbrachten, nicht feststellen können, woher der gewaltige Gesang kam, der als riesige Klangwolke über dem Gewirr der Kanäle und Gassen schwebte, you walk the floor, und so plötzlich verschwand, wie er gekommen war, si autem abiero, stiege ich zum Himmel empor, es gibt noch eine andere, höhere Notwendigkeit für uns Christen, für die Kaiser zu beten, ebenso für den festen Bestand des Reiches und die römischen Dinge, and wonder why,
nur einen Sommer, wir wissen, dass die gewaltige Katastrophe, die dem Erdkreis droht, ja dass das Ende der Welt, das entsetzliche Drangsale heraufbeschwört, nur durch die Frist aufgehalten wird, die dem Imperium Romanum gewährt ist, gönnt, so bist du da, daher wollen wir dies nicht auf die Probe stellen, und indem wir um Aufschub beten, fördern wir die Dauer Roms, with every breathe you breathe, die lebendige Erwartung des unmittelbar bevorstehenden Endes scheint aller Geschichte ihren Sinn zu nehmen und bewirkt eine eschatologische Lähmung, für die es viele geschichtliche Beispiele gibt, ihr Gewaltigen, trotzdem besteht auch die Möglichkeit einer Brücke, wir haben dafür erstaunliche Beispiele in der Geschichte des mittelalterlichen Kaisertums, die Brücke liegt in der Vorstellung einer Kraft, die das Ende aufhält und den Bösen niederhält, bettete ich mich bei den Toten,
und einen Herbst, das ist der Katechon der geheimnisvollen Paulus-Stelle des zweiten Thessaloniker-Briefes, Guedé Immédiat, aber wir wollen doch nicht schweigen, wir wollen reden und rufen und tun und machen, auch wenn das ganz wahnsinnig gefährlich ist, und der neue Zustand wird ihm Schmerz, wie, wenn es uns gelänge, die Worte zu entschärfen und ihnen die schädliche Wirkung zu nehmen, mittam eum ad vos, ich bin wahrscheinlich der einzige normale Mensch auf der Welt, dachte er, wie fast jeden Abend, wenn er mit dem Bus nach Hause fuhr, es gibt heute wieder einmal fast nur Unbrauchbare in diesem Bus, das war ein Standardgedanke, wenn es darum ginge, dachte er, irgendwie irgendetwas Wichtiges zu tun, etwas aufzubauen, etwas zu retten, nach einer grossen Katastrophe weiterzuleben, dann könnte man kaum einen brauchen, Guedé O, vielleicht diese oder jene junge Frau, aber wer sonst, niemand sonst, aber vielleicht täusche ich mich, vielleicht sind alle nur unter den gegebenen Verhältnissen unbrauchbar, vielleicht sind sie in Unbrauchbare verwandelt, vielleicht leiden sie, und wären gerne anders, und die Verhältnisse erlauben ihnen nicht, anders zu sein, es müsste nur etwas Grosses kommen und alle wecken und allen Aufgaben geben, und wir scheinen uns nur halb beseelet, dann wären wir alle die wunderbarsten Menschen, kühn wären wir, erfindungsreich, fleissig, tüchtig, unschlagbar, slik er min elskede, nur bei ihr könne er sich selber sein, sagte er, nur bei ihr, slik er min venn,
überall müsse er sich verstellen, müsse er Theater spielen, abscheuliche Schmierenkomödien, Guedé Falamu, aber bei ihr sei er ganz sich selber, et cum venerit ille, dorthin folgt ihr keine Einbildungskraft, aber wir hoffen, dass eine solche Entelechie sich nicht ganz aus unserem Sonnensystem entfernen, sondern wenn sie an die Grenze desselben gelangt ist, sich wieder zurücksehnen werde, um zu Gunsten unserer Urenkel in das irdische Leben und Wohltun wieder einzuwirken, I Jerusalems døtre, ob sie das auch sehe, dass er sich selber sei, oder ob er sich noch immer verstelle, und nur denke, dass er sich selber sei, yea, so sei es wohl, er verstelle sich auch bei ihr, ja, natürlich, aber wenigstens habe er das Gefühl, dass er sich nicht verstelle, so bist du auch da, zu, the rats,
die technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen führen dazu, dass es immer weniger Bereiche gibt, in denen noch Leistungen verlangt werden, die physische Leistung hat schon seit langem ihre Bedeutung verloren, nur noch ein Spitzensportler kann durch physische Leistungen zu Geld kommen, reifem Gesange, nähme ich die Flügel, denn diese physischen Leistungen faszinieren uns noch immer gewaltig, und wenn wir vor dem Fernseher sitzen und den Helden auf dem Fussballfeld zusehen, durchleben wir nochmals alle Kämpfe unserer Vorfahren, aber auch für die geistige Leistung wird der Markt kleiner, arguet mundum de peccato et de iustitia et de iudicio, eine kleine Minderheit kann die gesellschaftlich notwendigen Leistungen problemlos erbringen, es braucht nur noch ein paar wenige Computerfreaks, einige Filmleute, Unterhaltungsspezialisten,
ein paar Fachleute in jedem Fachgebiet, Verkehrstechniker, Aerzte, Kriminalisten, und auch ein paar Politiker, have got your flour, mir, und neben diesen echten Leistungsmenschen kriecht ein Millionenheer von Arbeitnehmern der Pensionierung entgegen, niemand ist auf sie angewiesen, niemand benötigt sie, man lässt sie in ihren Büros, weil sie dort am unschädlichsten sind, der Morgenröte, bad blood it got, und so lange sie in ihren Büros keine Feuer entfachen und keine Gewalttaten begehen, werden sie dort bleiben können, unbehelligt, ja geschätzt, als Bestandteil einer Bürokultur, die nur noch der Entsorgung dient, dass williger, das will nicht heissen, dass es nicht auch echte Arbeit geben würde, die echte Arbeit entsteht, weil der weitaus grösste Teil der Arbeit Scheinarbeit ist, und liesse mich nieder, und aus dieser Scheinarbeit entstehen unter Umständen wirkliche Probleme, zu deren Bewältigung dann echte Arbeit erforderlich ist, mein Herz,
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