Montag, 2. Februar 2009

nichtge­stilltes Verlangen, unersättlich durch sich selbst, man muss alt werden, um dieses alles zu übersehen, und Geld genug haben, seine Erfahrungen bezahlen zu können, jedes Bonmot, das ich sage, kostet mir eine Börse voll Gold; eine halbe Million meines Privatvermögens ist durch meine Hände gegangen, um das zu lernen, was ich jetzt weiss, die Unmöglichkeit, es zu stillen, ist seine Wahrheit, ausserdem habe ich anderthalb Millionen zu grossen Zwecken von fürstlichen Personen ausgeben sehen, denen ich nahe verbunden war und an deren Schritten, Gelingen und Misslingen ich teilnahm, die Hoffnung, es zu sättigen, ist falsch, es ist nicht genung, dass man Talent habe, es gehört mehr dazu, um gescheit zu werden, man muss auch in grossen Verhältnissen leben und Gelegenheit haben, den spielenden Figuren der Zeit in die Karten zu sehen und selber zu Gewinn und Verlust mitzuspielen, in der wesentlichen Nicht-Sättigung berührt man eine andere Wirklichkeit, besitzt man auf eine andere Art,
auf alles, was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein, es haben treffliche Dichter mit mir gelebt, es lebten noch trefflichere vor mir, und es werden ihrer nach mir sein, dass ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der einzige bin, der das Rechte weiss, darauf tue ich mir etwas zugute, und ich habe daher ein Bewusstsein der Superiorität über viele,
même le méchant, was mich angeht, der ich am Ende meiner Wanderung angelangt, aus der Ferne, aber alle die verschiedenen Gegenstände gleichzeitig überschaue, die ich auf meinem Wege einzeln betrachtet habe, so erfüllt mich Furcht und Hoffnung, ich sehe grosse Gefahren, die sich bannen lassen, grosse Uebel, die man vermeiden oder verringern kann, und ich sehe mich mehr und mehr im Glauben bestärkt, dass die demokratischen Nationen in Ehre und Wohlstand leben können, wenn sie es nur wollen, sie ist wieder erstanden vor mir, jeder kann alles, oder fast alles, wenn ihn nur das Schicksal zwingt, alles zu können, sagte der Chef, das kann man an mir sehen, wer war ich denn, ich war ein Niemand, und jetzt beherrsche ich die halbe Welt und lasse jene verhaften und zu Tode foltern, die das Schicksal gezwungen hat, mir entgegenzutreten,

Freitag, 30. Januar 2009

Donnerstag, 22. Januar 2009

diese armen Teufel wären allesamt lieber brave biedere Bürgerinnen und Bürger gewesen, hätten alle lieber gerne abends ihr Bierchen getrunken, pour le jour du malheur, nun aber mussten sie Flugblätter verteilen und Untergrundzeitschriften herausgeben und schon eine neue Regierung planen mit allem drum und dran, wer Minister wird und wer Staatssekretär, das besprachen sie bis ins Detail, und dabei müssen sie sich so ungeschickt verhalten, dass sie meine Leute immer sofort finden, meine Leute, die auch Konstruktiveres tun könnten als diese bissigen Hunde zu bekämpfen, man betreibt ja hier einen Riesenaufwand, unterhält Hunderte von Haftanstalten, fährt die Verhafteten von einem Zuchthaus zum andern, verpflegt sie, bringt sie bei alledem auch noch zum Gefängnisarzt, stille Freude wollt ihr stören, es ist dies alles ein grosser Widersinn, gegen den auch ich nicht aufkommen kann, wieviel lieber wäre ich Künstler oder auch nur bescheidener Beamter,
wieviel lieber hätten wir bei den alten Griechen gelebt, wieviel lieber wären wir im 18. Jahrhundert geboren worden,  todo lo ha hecho, sehen Sie doch, welch wunderbaren Kulturen diese kleinen Städte hervorgebracht haben, siebzigtausend tüchtige Menschen, und schon entstehen Weltwunder, das zeigt uns Athen, das zeigt uns Weimar, jag är sjuk av kärlek, ich akzeptiere alles, ich akzeptiere auch das hier, lasst mich,

Mittwoch, 21. Januar 2009

das hier, Jehovah para su propio propósito, ja, das auch, alles das hier, es gibt nichts, das ich nicht akzeptieren würde, bei meinem Becher Wein, aber das ist ja grässlich, wie kann man das alles akzeptieren, y aun al impío, ich akzeptiere es, weil es real ist, ich meine, es existiert unabhängig von uns, wenn ich nicht da wäre, wenn ich verrückt würde und man mich ins Irrenhaus bringen würde, wo ich keinesfalls hinwill, weil ich den Aerzten dort misstraue, wenn ich also nicht da wäre, wäre dennoch alles da, wie es da ist, ich kann daher nicht zulassen, dass es mich anwidert, verstehst du, wenn es mich anwidert, werde ich bloss noch schneller verrückt, als ich ohnehin schon verrückt werde, mit andern kann man sich, ich fühle manchmal, dass ich verrückt werde, aber ich wehre mich dagegen, und ich glaube, dass ich mich erfolgreich dagegen wehre, ich versuche mich zu freuen über alles und jedes, ich freue ich eigentlich über alles, was da ist, über alle diese vielen kleinen niederträchtigen Idioten, über alle diese Verformten, Verlotterten, Destruktiven, stumpfsinnig Hinterherhinkenden, para, man muss das Unheil akzeptieren, anders geht es nicht, man muss es sogar lieben, wenn man es lieben könnte, wäre es am allerbesten, man kann es wahrscheinlich nicht lieben, aber man kann versuchen, es zu lieben, mein Leben ist wahrscheinlich nichts anderes als ein Versuch, es zu lieben, belehren,
es ist etwas im Gange, aber wir wissen nicht, was es ist, aber das ist weiter nicht schlimm, wir wissen uns in solchen Situationen immer zu helfen, es macht uns Spass, der Sache  nachzugehen, mit der nötigen Klugheit natürlich, mit der Vorsicht des Gewitzigten, und zu schauen, was als nächstes passiert, wen er wieder erwischt, el día malo,
meine Hauptlehre ist vorläufig diese, sagte er, der Vater sorge für sein Haus, der Handwerker für seine Kunden, der Geistliche für gegenseitige Liebe, und die Polizei störe die Freude nicht, begeistert, wenn man den Menschen ihre individuelle Freiheit lasse, so benähmen sie sich wie die Affen, keiner wolle dulden, dass der andere mehr habe als er, und je näher sie zusammenwohnten, desto grösser sei die Feindschaft unter ihnen, da gieng meine Seele er aus nach seinem wort, wie jeder sich selbst auf die sorgende Hilfe des Staates verlasse, so und noch weit mehr übergebe er ihr das Schicksal seines Mitbürgers, dies aber schwäche die Teilnahme und mache zu gegenseitiger Hilfeleistung träger, die gemeinschaftliche Hilfe sei da am tätigsten, wo das Gefühl am lebendigsten sei, dass auf ihr alles beruhe,
ich sucht jn, und die Erfahrung zeige auch, dass gedrückte, von der Regierung verlassene Teile eines Volkes immer doppelt fest untereinander verbunden seien, wo aber der Bürger kälter sei gegen den Bürger, da sei es auch der Gatte gegen den Gatten, der Hausvater gegen die Familie, vad är då din vän, über die ewige Rederei von Gemeinschaft könne er nur lächeln, da die grossen Schwätzer meinten, Gemeinschaft lasse sich zusammenreden, aber ich fand jn nicht, Gemeinschaft lasse sich nur durch Gewalt schaffen und erhalten,

 
förmer än andra vänner, auch muss ich es selbst sagen, halt ich es für wahr, dass die Humanität endlich siegen wird, nur fürcht ich, dass zu gleicher Zeit die Welt ein grosses Hospital und einer des andern humaner Krankenwärter werden wird, ich rieff, rastlos, wie vom bösen Geist besessen, hetzen und jagen sie die Dinge durch­einander, dass nichts in Ruhe sich bewurzeln mag, da keine Ahnung in ihnen zurückgeblieben von dem stillen, leisen, gelassenen Gange, in dem die Natur ihre Bildungen entfalte, so ist’s der Mechanismus, dem sich ihre Ungeduld ver­schreibt, und der Staat wird unter ihren Händen zu einer Dampfmaschine, vän, in diesem Mechanismus, dem alles gerade Linie und Ziel geworden, müssen alle Linien zu einem Mittelpunkte, alle Zahlen zu einer Mitte gehen, damit die Willkür von der Mitte aus nach Gefallen rechnen und richten mag und kein menschliches oder bürgerliches Verhältnis eine störende Selbständigkeit zu behaupten sich getraue, vänner,
gewalttätig wird alles der jedesmal herrschenden Idee aufgeopfert, nichts mag so fest gegründet stehen, dass der Wirbel ihrer Organisationswut es zuletzt nicht niederreisst, indem ein klarer, wasserheller Verstand alles wohl beschickt, dürfen sie schonungslos durch alle menschlichen Verhältnisse fahren und auf ihrem Schachbrett Bauern, Läufer, Türme, Ritter ziehen nach Gutbefinden von dem einen Ende zum andern, begeistert wird man,