Gleichgültigkeit Werken und Menschen gegenüber, die nicht Grösstes und Bedeutendstes darstellen, ist nun einmal eine meiner wesentlichen Eigenschaften, ist eine der Existenzbedingungen des Genies, natürlich will ein Genie Geselligkeit und geistige Gemeinschaft, gewiss, das Genie ist auf Teilnahme angewiesen und muss im echolosen Raum verkümmern, bis der Tag atmet, ätherdurchquerend, aber unser Verlangen wird nur selten gestillt,
Samstag, 7. Februar 2009
und so führen wir notwendigerweise ein trauriges Inseldasein, in welchem wir uns dann, zum Spass, allerlei herablassende Teilnahmen erlauben, flugs, Anton, Teilnahmen für Quark oder Käse, was immerhin den Vorteil bringt, dass andere Menschen beschäftigt sind, weil sie ihre Nasen in diesen Quark und diesen Käse stecken, und so sorge ich denn wenigstens für relativ unschädliche Beschäftigungen, erreichten sie mich,
Mittwoch, 4. Februar 2009
das ist doch auch etwas, das ist gewiss recht humanistisch, doch dir, ich bin nun nach meiner Art ganz stille und mache nur, wenn's gar zu toll wird, grosse, grosse Augen, du Holde, worauf aber alles ankommt, sei in kurzem gesagt, spielte ein Lächeln auf deinem unsterblichen Antlitz, der junge Dichter spreche nur aus, was lebt und fortwirkt, unter welcherlei Gestalt es auch sein möge, er beseitige streng allen Widergeist, alles Misswollen, Missreden und was nur verneinen kann, die Schatten fliehen, denn dabei kommt nichts heraus, Hans Jakob Strickler, Zellweger, warum heissen die grossen Dichter nicht Zellweger, oder Fässler, ihr seid nicht gefördert, wenn ihr eine Geliebte, die ihr durch Entfernung, Untreue, Tod verloren habt, immerfort betrauert, das ist gar nichts wert, und wenn ihr noch so viel Geschick und Talent dabei aufopfert, spielte ein Lächeln, wir haben einige wenige, ganz wenige Gedichte, Lebensgedichte, zu denen wir immer wieder zurückkehren, auf deinem unsterblichen Antlitz, merken Sie sich das, es ist wieder etwas, das Sie präsent haben könnten, wenn Ihre Stunde kommen sollte, als du mich fragtest, Gedichte interessieren uns nicht, das merken wir sofort, wenn wir auf ein Gedicht stossen, wir blättern schnellstens weiter, wenn wir ein Gedicht sehen, oder eine Gedichtbesprechung, Fässler, Gottlieb, warum, oder Lebensbeschreibungen von Dichtern, die es nicht aushielten und in die Seine sprangen, vom Pont Neuf, in die Seine sprangen, wenn wir von Dichtern hören, die Dichterinnen in den Nervenzusammenbruch treiben, warum ich dich, nicht mit Liebe, nein, mit allerlei anderen Phantasien, Aengsten, Prophezeiungen, wiederum riefe, heranbilden, was mich bedrücke, heranbilden und erziehen, grosser Mist, was sich,
sei gleich, wer will denn, dass sich die Dinge ändern, diese schöne soziale Pyramide mit den Guten und Fetten und den unendlich Naschhaften an der Spitze, mein Herz, mein Freund, Homeride, Stabilitätsnarr, einer Hinde, wo wir noch Moral haben, in den Strafanstalten haben wir Moral, dort muss alles einwandfrei funktionieren, wird alles genauestens kontrolliert, vor allem die sexuellen Regungen, die mannigfaltigen Belästigungen, denen Strafgefangene wie Personal ausgesetzt sind, in seiner Verwirrung,
Dienstag, 3. Februar 2009
toleriert werden lesbische und homosexuelle Beziehungen, natürlich nur unter Strafgefangenen beziehungsweise unter dem Personal, alles andere muss verhindert beziehungsweise abgestellt werden, einem Rehbock, so sehnlich wünsche, der Staat darf doch nicht einzelnen von seinen Angestellten das ungeheuerliche Privileg zugestehen, Geliebte zu besitzen, die nach Belieben eingeschlossen werden können, wen soll ich, auf den Bergen Bether,
Zwangsjacken, sagte der Liebesforscher, es gibt keine andere Lösung, das ist natürlich traurig, gewiss, aber ohne Zwangsjacken wäre es noch schlimmer, noch unerträglicher, diesmal, ohne Zwangsjacken würden wir noch schneller verrückt, als wir es jetzt mit Zwangsjacken werden, mit schmeichelnder Werbung, 1808, Karl August bog sich über die Brüstung hinaus und rief, wer ist der freche Mensch, der sich untersteht, in Gegenwart meiner Gemahlin zu pfeifen, es stimmt, dass das Volk meist nur das öffentliche Wohl will, aber auf der Suche danach irrt es häufig, Husaren, nehmt den Kerl fest, und man muss eher staunen, dass es sich nicht öfters täuscht, wenn man bedenkt, wie sehr es durch schlaues Schmarotzer- und Angebertum verfolgt wird, es ist von Fallen umstellt, die habgierige und mittellose Leute ihm legen, und es wird täglich enttäuscht durch die Winkelzüge derer, die unverdient sein Vertrauen geniessen,
Montag, 2. Februar 2009
nichtgestilltes Verlangen, unersättlich durch sich selbst, man muss alt werden, um dieses alles zu übersehen, und Geld genug haben, seine Erfahrungen bezahlen zu können, jedes Bonmot, das ich sage, kostet mir eine Börse voll Gold; eine halbe Million meines Privatvermögens ist durch meine Hände gegangen, um das zu lernen, was ich jetzt weiss, die Unmöglichkeit, es zu stillen, ist seine Wahrheit, ausserdem habe ich anderthalb Millionen zu grossen Zwecken von fürstlichen Personen ausgeben sehen, denen ich nahe verbunden war und an deren Schritten, Gelingen und Misslingen ich teilnahm, die Hoffnung, es zu sättigen, ist falsch, es ist nicht genung, dass man Talent habe, es gehört mehr dazu, um gescheit zu werden, man muss auch in grossen Verhältnissen leben und Gelegenheit haben, den spielenden Figuren der Zeit in die Karten zu sehen und selber zu Gewinn und Verlust mitzuspielen, in der wesentlichen Nicht-Sättigung berührt man eine andere Wirklichkeit, besitzt man auf eine andere Art,
auf alles, was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein, es haben treffliche Dichter mit mir gelebt, es lebten noch trefflichere vor mir, und es werden ihrer nach mir sein, dass ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der einzige bin, der das Rechte weiss, darauf tue ich mir etwas zugute, und ich habe daher ein Bewusstsein der Superiorität über viele,
même le méchant, was mich angeht, der ich am Ende meiner Wanderung angelangt, aus der Ferne, aber alle die verschiedenen Gegenstände gleichzeitig überschaue, die ich auf meinem Wege einzeln betrachtet habe, so erfüllt mich Furcht und Hoffnung, ich sehe grosse Gefahren, die sich bannen lassen, grosse Uebel, die man vermeiden oder verringern kann, und ich sehe mich mehr und mehr im Glauben bestärkt, dass die demokratischen Nationen in Ehre und Wohlstand leben können, wenn sie es nur wollen, sie ist wieder erstanden vor mir, jeder kann alles, oder fast alles, wenn ihn nur das Schicksal zwingt, alles zu können, sagte der Chef, das kann man an mir sehen, wer war ich denn, ich war ein Niemand, und jetzt beherrsche ich die halbe Welt und lasse jene verhaften und zu Tode foltern, die das Schicksal gezwungen hat, mir entgegenzutreten,
Abonnieren
Posts (Atom)
