Mittwoch, 23. Juni 2010

und was man versteckt, vergisst man dann plötzlich, die über alle Nationen geflochten ist, er habe geglaubt, dass es genüge, wenn man den Menschen solche Dinge in verfeinerter Form sage, erst mit der Zeit sei er darauf gekommen, dass das gar nichts nütze, solang der König mich kostet, J, ein eingekreistes G, gibt meine Narde den Ruch, Täuschung, welch schöne Täuschung, Narde, welch Zauber, Ruch, welch unermesslicher Zauber, Narde, das ist schön gesagt, man kann sich viel dazu vorstellen,
warum, so fragen Sie, hielten wir es aus, war ein Leben zu meiner Zeit denn nicht tausendmal beschwer­licher, grausamer, unsinniger, schreck­licher als es Ihr Leben ist, vestiste tú su cerviz de relincho, es war so, selbstverständlich, es war unmöglich, das Leben, aber wir richteten uns darin ein, wir machen das Leben möglich, wir erfanden Stile und Formen, wir erfanden eine ganze Welt, der wir uns überlassen konnten, die uns trug, tragen musste, wir gaben dem Bösen ein Gesicht, erfanden Mephistopheles, erfanden Professoren, betrunkenes Volk, einen Famulus, allerlei nette Frauenfiguren, wir fanden immer für alles Formen,

Dienstag, 15. Juni 2010

und wir bannten die Schlechtigkeit in diese Formen, so wie ein bòkò das Böse in ein pakèt kongo bannt, was Sie betrifft, so sollten Sie nun nicht gleich verzweifeln, sondern es auch mit diesem Formenerfinden versuchen, auch wenn das vielleicht für Sie viel schwerer ist als für uns, die ihr Felsen, quia, denken Sie aber nicht, dass die Wege verschlossen wären, denken Sie nicht, dass die Bosheit, vor der Sie stehen, zu monstruös ist, es ist nichts so schlecht, dass man ihm nicht ein Gegenmittel entgegensetzen könnte, es gibt keinen Teufel, der uns überwinden könnte, wenn wir uns nur ein wanga machen, das diesen Teufel bannt,
solang der König mich koset, wir neueren Dichter, sagten wir, gibt meine Narde, unterscheiden uns nicht von den Gewalttätern, die in unserer Hochzivilisation für Schlagzeilen sorgen, weil sie eiskalt, wahllos und ohne fassbaren Grund töten, den Ruch, car personne ne devait se douter, auch auf uns trifft das Bild zu, das von den Tätern gezeichnet wird, auch wir führen nach aussen hin ein geregeltes und unauffälliges Leben, auch wir sind aber dabei völlig unberechenbar geworden, parmi mes étudiants et mes lecteurs, auch wir empfinden, wie die Gewalttäter, keinen Hass, keinen Neid, keine Eifersucht und haben schon gar nicht irgendwelche Bereicherungs­absichten,

Samstag, 12. Juni 2010

wir leben in den Tag hinein und wissen nicht mehr, was wir aus unserem Leben machen sollen, vernichten wird er für immer, wir haben keine Identität mehr und versuchen diese Identität in Gewalttaten wieder zu finden, wir neueren Dichter kommen dabei ohne physische Gewalttaten aus, ein Büschel Myrrhen ist mein Freund, que je faisais mon cours, wir kaufen keinen Karabiner und erschiessen nicht junge Mädchen, die ihren Hund spazieren führen, wir setzen uns ganz einfach hin und verfassen einen Text, und diese Texte sind Untaten, sind Todesurteile, diese Texte gehen mit der Welt so gewaltsam um, wie die Welt mit uns gewaltsam umgeht, et que je vivais, in unseren Texten geht es naturgemäss immer um Leben und Tod,
que je rêvais, um was denn anderes, was anderes, bitte, que j’imaginais mes livres littéralement suspendu au sexe et au souffle des jeunes filles, 


was sonst, et des femmes que je rencontrais, wir sagten, dass alle das Falsche tun würden, und wir auch, und wir fügten hinzu, dass dies aber weiter nicht schlimm sei, weil das Gesamtsystem schon wieder ins Gleichgewicht kommen würde, und Bäume, wir sagten, dass es unter Umständen höchst notwendig sei, das Falsche zu tun, weil das Gesamtsystem, das durch Falsches aus dem Gleichgewicht geraten sei, nun auch durch Falsches wieder ins Gleichgewicht gebracht werden müsse, zwischen meinen Brüsten, für das Gesamtsystem sei ja alles, was es aus dem Gleichgewicht bringe, übernachtend, j’aime Dieu et le discours de Dieu,

Montag, 31. Mai 2010

Donnerstag, 27. Mai 2010

wir sagten, dass die Öffentlichkeit verfalle und dass es den Menschen unmöglich werde, eine soziale Identität zu bilden, es wisse niemand mehr, wer er sei, die moderne Gesellschaft sei nicht eine zivilisierte, durch Selbstdistanz und rationale Interessenverfolgung bestimmte Vereinigung von Menschen, sondern ein Ensemble von destruktiven Gemeinschaften, in wir die Wiederkehr der Stammesverbände entdecken, übernachtend,


et j’aime le même commerce avec l’élement féminin, Zivilisation, die einmal aus der Domestizierung des Archaischen entsprang, schlägt in ihr Gegenteil um, das Archaische erscheint erneut, dans cet état, aber, so fragten wir uns, ist mit dieser Entzivilisierung nicht auch Lust verbunden, was wollten wir erreichen, als wir die guten Manieren entwickelten, den Sinn für die Distanz, die Höflichkeit, die Sauberkeit,

Mittwoch, 26. Mai 2010


ô mon âme, erschienen uns diese Zivilisierten nicht immer irgendwie verfehlt, verkommen, lächerlich, anmassend, wie dressierte Zirkusaffen, die Fahrrad fahren und Verbeugungen machen, que de soins à donner à l’apparance, wir sagten, dass wir uns womöglich einmal trennen müssten, wir sagten, dass wir uns womöglich einmal nicht mehr sehen könnten, dass auch wir uns womöglich einmal den Mächten beugen müssten, die uns vereinzelten,