Kaiser Karl IV. soll nur leise gelächelt haben, als ihm sein von ihm geförderter Lieblingshofprediger in seiner von ihm errichteten prächtigen Hofkirche vor versammeltem Hofstaat sagte, er sei der neue Antichrist, won’t you come see me, meiner Mutter Söhne, oder sollte ich meine wertvollen Talente den Obereinwanderungsbehörden des Himmels zur Verfügung stellen, vernichten die Hülle, wenn eines schönen Tages dieser Laden hier zusammenkracht, wird dort gewiss jede Menge Leute gebraucht, feinden mich an, Gott selber wird so sehr erschrecken, dass man ihn kaum wird beruhigen können, Queen Jane,
Sonntag, 4. Juli 2010
ausgeschamt, Ausgeschamte, in Bayern verwendet man dieses schöne Wort, der oder die Ausgeschamte hat die Scham einmal gekannt, früher einmal empfunden, dann aber unterdrückt, in sich abgetötet, und das mit solcher Gründlichkeit, dass die bei einem bloss Schamlosen immerhin mögliche Wiederkehr jener Empfindung nicht mehr in Frage kommt, sie stellten mich zur Weinberge-Hüterin,
Samstag, 3. Juli 2010
Mittwoch, 30. Juni 2010
dass es nun immer mehr Ausgeschamte gibt, ist ein in der Kulturgeschichte beispielloser Prozess, man muss nun sehr aufpassen, was weiter geschieht, denn der Schamverlust bringt meistens auch noch weitere Verluste und kann durchaus im Schwachsinn enden, desideravit te in nocte, aber das hält von allen guten Geistern verlassenen Schulpolitiker und Erziehungswissenschafter nicht davon ab, den Abbau des Schamgefühls in die Lernziele aufzunehmen,
Samstag, 26. Juni 2010
aus allem, was kommt, wird eine Suppe gemacht, eine Suppe oder eine Eintragung, in einem kleinen Taschenkalender werden Ereignisse zu Eintragungen, verschlüsselten Eintragungen natürlich, die wir schon nach kurzer Zeit nicht mehr verstehen, die wir nach kurzer Zeit auch nicht mehr finden, weil sie irgendwo im kleinen Büchlein verschwinden, sed et spiritu meo, wenn man nicht weiss, auf welcher Seite man die Eintragungen gemacht hat, findet man sie nicht mehr, oder viel später, wo du ruhest am Mittag, das würden wir gerne wissen, wo du ruhest am Mittag,
geheimnisvoll lächelnd verlässt sie uns, geht irgendwo auf Besuch, und kommt nach zwei Stunden wieder, immer lächelnd, warum soll ich umgehn an den Herden deiner Gesellen, wenn wir die Eintragungen wieder finden, verstehen wir die Zeichen nicht mehr, wir verstehen die Tabelle nicht mehr, zwei Spalten, über der einen Spalte ein grosses J, gefolgt von einem eingekreisten G, die über alle Völker gebreitet, über der anderen Spalte ein eingekreistes S, und sodann auf 23 Zeilen Eintragungen, wenige S, und sodann Zahlen, Quatschgroll,
Freitag, 25. Juni 2010
Mittwoch, 23. Juni 2010
in praecordiis meis, in kleinen Quadraten Zahlen, 1, 3 und 4, kein Mensch versteht das noch, vernichten die Decke, es geht wohl um Tage, und um Zustände, Zustand 1, Zustand 3 und Zustand 4, de mane vigilabo ad te, und wir finden auch den Buchstaben K, meinem reisigen Zeug unter Pharaos Wagen vergleich ich dich, wir sehen den Buchstaben M, gefolgt von Zahlen,
M+0, M+1, M+4, mein Liebchen, so lässt sich das Leben darstellen, J, G, S, K, M, schön sind deine Backen in den Spangen, M+1, dein Hals in den Ketten, M+3, Spangen von Gold sollst du haben mit silbernen Böcklein, M+4, was das heisst, wissen wir schon nach wenigen Monaten nicht mehr, wir führten ja die Eintragungen nicht systematisch weiter, wir begannen ja nur damit, offenbar 23 Tage lang, und versteckten dann wohl das Kalenderchen, es musste ja versteckt werden,
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