Mittwoch, 26. Januar 2011

Belaubung, Sollzustand, in diesem Serail hatten die Mädchen zwar köstliches Leben, auch wieder besondere Dienstmädchen zu ihrer Bedienung, aber der Herr verhing über sie strenge Klausur, er brauchte nur die Klingel zu ziehen mit dem Namen derjenigen, die ihm gerade in den Sinn kam, so war sie da, vagantes eo quod non habeant cibos, ein moderner Staat braucht keine Diktatoren und keine Armeen und Henker und Konzentrationslager,

ein moderner Staat braucht nur wenig äusseren Zwang, nur wenig Extremisten, er lebt vom Mittelmass, vom Mittelmässigen, von einer grossen Zahl von Tricks und komplizierten Institutionen und vielerlei Mechanismen, die das revolutionäre Potential dämpfen und ausschalten, Salbe, der Diktator marschiert und schreit und lügt und verfolgt und droht, der moderne Staatsmann lächelt und stellt seine neuen Mitarbeiter vor und denkt nach und verspricht Untersuchungen und Steuersenkungen und besucht die Olympischen Spiele oder die Fussballweltmeisterschaft,


Donnerstag, 13. Januar 2011


wünsch ich, und der moderne Untertan ist ein Skeptiker, der den Glauben an grosse Veränderungen aufgegeben hat, Salbe, es kann geschehen, was will, er bleibt zu Hause vor seinem Fernseher oder seinem Schwedenofen, där de sväva, und so haben wir nun schon fünfzig Jahre hinter uns gebracht, schlecht und recht, in merkwürdigen und komplizierten Staatsge­bil­den,

Montag, 10. Januar 2011

Mittwoch, 22. Dezember 2010


ein Zeitalter der immer wieder auf miraku­lö­se Weise überwundenen Krisen, ein Zeitalter des Wachstums auch, das alles faschistische Wachstum hinter sich liess, bieget ab, Jahr­zehnte aber auch des Raubbaus, des Substanz­verlustes, des immer wieder überdeckten Zerfalls, diese negativen Erscheinungen, das drohende definitive Ende hindern uns aber nicht, die Träume der Industriellen und Kapitalisten des neunzehnten Jahrhunderts weiter zu träumen, wir träumen von Wachstum, Entwicklung, Fortschritt,

Freitag, 17. Dezember 2010

Montag, 6. Dezember 2010

omkring utan föda, wir sind grosse Träumende, sagte der Chef, who provided for the raven his food, wir besassen einst auch Ideologien, welche diese Träume abbildeten, den Sozialismus, der mit Marx und vielen anderen Theoretikern und Gläubigen an eine Zeit glaubt, in welcher die Entwicklung der Technik zu allgemeinem Reichtum führt, zu müheloser Arbeit, zu einem Ferien- und Freizeitparadies,

den Liberalismus, der nicht viel anders denkt und nur mit etwas mehr Opfern rechnet, kommt uns nicht immer, das Christentum, das sich der allgemeinen Ausrichtung auf irdische Ziele anschliesst und fleissig mitmacht und mithilft, auch wenn seine Vertreter vielleicht im tiefsten Herzen nicht so recht glauben, dass die Ziele erreichbar sind,
quién preparó, when, drum, man muss sich immer vor Augen halten, dass der Koran in erster Linie ein Vortragstext ist, Koran heisst wörtlich das zu Rezitierende, drum lieben, all, der geschriebene Text ist sekundär, im Prinzip nicht mehr als eine Erinnerungsstütze, of, Gott spricht, wenn der Koran vorgetragen wird, sein Wort kann man genau genommen nicht lesen, man kann es nur hören, Fichten, your,

drum lieben dich die Mädchen, im Ohr des anbetend auf den Boden gestreckten Hörers strukturieren die Texte, die Gesteine der Texte, Einsprengsel, liturgisch ein Textkontinuum, geben Pausen, markieren Uebergänge und färben die Stimmung der Rezitation meditativ ein, advisers, Föhren, Tannen, die Form der Rezitation verursacht häufige Wechsel der grammatikalischen Person,
unabgeschlossene Sätze, zeuch mich, Anakoluthe, die ganze Breite der lebendigen Rede, zieh, die nicht selten dramatische Dialogform macht den Sprecherwechsel sowie Beginn und Ende direkter Rede oft nicht kenntlich, zieh, zieh, zeuch, der Rezitierende hat wenig Mühe, derartiges zu markieren, und sein Hörer noch weniger Mühe zu verstehen, laufen wir doch schon, heave, der Rezitierende und sein Hörer, und so,

Freitag, 3. Dezember 2010