Samstag, 22. Mai 2021
Dienstag, 20. April 2021
in generationibus saeculorum, ach wie bereitet eine solche Seel seiner
Majestät ein so weiches Bett von Rosen und Blumen, der Gott diese
Sorgfältigkeit eingibt, und er wird nicht unterlassen können, zu ihr zu kommen
und sich mit ihr zu ergötzen, ob er sich schon säume, vnd sey gleich eim Rehe, Herr Gott, was thun wir Geistlichen sonst
im Kloster, wenn wir schon die Welt verlassen, warzu seynd wir gekommen,
worinnen können wir die Zeit besser zubringen, als dass wir in unseren Seelen
die Herberg zubereiten unserm Bräutigamb, seines
Schattens begehr ich, und wir meditieren, nieder sitz ich,
Freitag, 12. März 2021
wir meditieren nicht besonders gut, wir meditieren aber international gesehen und historisch gesehen auch nicht besonders schlecht, und süss ist meinem Gaum seine Frucht, wir stellen Sachen zusammen, Zeichen, Wörter, Sätze, und wir wissen, dass es nicht für unseren Gebrauch ist, wir werden die Geheimnisse dieser Zeichen nicht erfahren, so wie sie niemand bisher erfahren hat, in öden Wüsten sucht, wir denken im Gegenteil immer wieder, dass es hinter diesen Zeichen gar keine Geheimnisse geben würde, dass diese Zeichen sinnlos sind, banal, unnütz, dass aber uns aber womöglich der Gedanke an Geheimnisse Lust verschaffe, so wie uns das unter vielen Tüchern verborgene grosse Geheimnis der Scham Lust verschafft, ach, wer schätzt ihn genug, der Gedanke an dieses Verborgene macht Lust, der Gedanke an Geister verursacht Nervenkitzel, diesen vereilenden Wert, wir führen sie weg, in den Keller, und pressen sie dort an uns und versuchen sie zu küssen, Italian Landscape,
Dienstag, 23. Februar 2021
Samstag, 20. Februar 2021
er führt mich in die Kelter, die Liebe ist banal, es geht nur um den Austausch von Genmaterial, um zwei Körper, zwei lächerliche Primatenleiber, über mir weht seine Liebe, auf zwei Beinen wackeln wir hinter ihr her, hinter ihren mächtigen wackelnden Hinterbacken, die unter dem engen Kleid auf und niederschweben, stützet mich mit Flaschen, nicht hinab, hinauf, zur habitacion, wo man auf lächerliche Weise lächerliche Kleider auszieht und auf einen lächerlichen Stuhl legt, polstert mir mit Aepfeln, wo man sich sodann auf eine lächerliche Lagerstatt legt und sich einander nähert, es lässt sich nicht viel machen aus allen diesen Situationen, ob im Keller oder im Estrich,
Donnerstag, 28. Januar 2021
Samstag, 23. Januar 2021
man muss schon sehr verblendet sein, sehr verrucket und verzucket, um
nicht einfach wegzurennen, hinaus auf die Strasse, denn krank bin ich für Liebe, man rennt nicht weg, nie, man kommt
immer wieder auf das Bett und erlebt immer wieder die gleiche rasche
Abfertigung, man möchte mehr, man möchte meditieren wie der heilige Johannes
vom Kreuz, und wird doch immer abgefertigt, numquid,
alle werden immer abgefertigt, auch die Meditierenden, vnd läufft den Bergen zu, sie werden mit einer Meditation
abgefertigt, die ebenso Illusion ist wie die Liebe, mb, mb, mit einer Meditation, die einen ärgeren Irrtum darstellt
als die Liebe, mit einer Meditation die eine Geisteskrankheit ist, mb, mb, es sind dies alles
Geistesgestörte, diese Meditierenden, amb,
amb, Bräutigamb,
Freitag, 1. Januar 2021
Sonntag, 20. Dezember 2020
und wir Geister lassen das Welttheater vielleicht nur wegen einzelnen Wörtern ablaufen, vielleicht nur wegen dem Buchstaben b, den wir lieben, b, wenn er an sonderbaren Orten auftaucht, im Wort Bräutigamb, im Wort Unachtsambkeit, im Wort darumb, es seynd aber der Weg so vielerley, auf welchen der Herr mit den Seelen umb Freundschaft zu handlen anfänget, dass mich gedünkt, ich würde nie ein End machen, wenn ich alle erzählen sollte, die ich nur gehört hab, darumb, Sophie Scholl schrieb knapp drei Wochen vor ihrem Tod an eine Freundin, numquid non tu percussisti, doch hüte ich mich, diesem Gefühl der Müdigkeit nachzugeben, nicht weil ich dieses Gefühl überwunden hätte, im Gegenteil, ich bin oft von einer Traurigkeit, beinahe dauernd, befallen, die mir fast schon lieb zu werden droht, es ist ein gefährlicher Zustand, eine Sünde sogar, wenn man seinen eigenen Schmerz pflegt,
Dienstag, 24. November 2020
upp på de välluktrika bergen, als sie diese Zeilen schrieb, war sie einundzwanzig Jahre alt, wir denken, dass es sich hier um ein Wunder handelt, an dem auch das Böse seinen Anteil hat, die Nazis haben diesen heiligen Zauber hervorgebracht, klein erscheinet es nun, wir aber träumen von Schönem und Gutem, das schön und gut ist, ohne dass Henkersknechte und eine ganze Henkersgesellschaft ihre Verdienste daran geltend machen kann, umbstecket mich mit Aepfeln,
Donnerstag, 12. November 2020
und wir sprachen sodann über Doktor Baruch Goldstein, der aus den USA
stammende hochqualifizierte Arzt, hat seine Hauptmanns-Uniform angezogen, die
von der Armee zur Verfügung gestellte Galil-Maschinenpistole umgehängt und seinen
privaten Revolver und sechs Kugelmagazine eingesteckt, der 42jährige marschiert
durchs Nebentor der Siedlung direkt zur nahegelegenen Ibrahim-Moschee, es gibt
eine Passage im Talmud, die Baruch Goldstein besonders mochte, io sono un muro, wenn dein Feind dich
töten will, dann töte ihn zuerst, doch
ach, diesen Satz habe man ihn immer wieder sagen gehört, wird erzählt, es
sei seine Lieblingsstelle gewesen, e i
miei seni sono come torri, in den letzten Wochen, wird uns gesagt, sei der
militante Arzt in eine schwere Krise geraten, er sei verschlossen gewesen und
meditativ, seine Seele war ruhelos,
er fühlte, dass er zur Tat schreiten musste, mit den Arabern zusammenzuleben, so dachte er, sei unmöglich, die Araber sind wie eine Epidemie, sie sind die Erreger, die uns infizieren, als Arzt weiss man, was das ist, gerade als Arzt muss man handeln, nicht kleinlich dem Herzen, es gibt eine Zeit zum Heilen und eine Zeit zum Töten, sagt er und geht schnellen Schrittes in die Halle mit den Gräbern von Isaak und Rebekka, nachdem er auf die Betenden rund hundert Schüsse abgeben konnte, wird er überwältigt, ein Mitarbeiter der Religionsbehörde Wakf wirft einen Handfeuerlöscher auf Goldstein und streckt ihn nieder, andere ergreifen Eisenstangen und erschlagen ihn, i miei seni sono,


